1) Was müssen Arbeitgeber bezüglich der Ergonomie am Arbeitsplatz beachten: Ein Überblick über die Vorschriften der manuellen Handhabung in den USA und der EU!
Wir stellen Ihnen ein Modell zur Verfügung, das Ihnen zeigt, wie alles (Organisationen, Gesetze, Richtlinien etc.) zusammenhängt. Unser Wunsch ist es, dass Ihnen diese Übersicht hilft, herauszufinden, über welche Organisation / Gesetzgebung / Richtlinie Sie mehr wissen und Informationen erhalten müssen.
Wir bieten Ihnen eine Navigationshilfe, um genau das zu finden, was Sie brauchen!
Im Verlauf dieser Seite werden wir daher auf zwei Arten von Seiten verlinken:
- Seiten mit ausführlichen Informationen zu einem bestimmten Thema oder einer bestimmten Organisation
- Seiten mit Informationen und Links zu nationalen Richtlinien für die manuelle Handhabung (bisher haben wir Informationen für die USA, Kanada, Australien, Großbritannien, Irland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Deutschland, Holland/Niederlande, Frankreich, Spanien, Portugal, Schweiz, Österreich und Italien zusammengestellt)
Beginnen wir zunächst mit dem obigen Punkt Nummer 1:
Die Funktionsweise der Vorschriften zur manuellen Handhabung in den USA und der EU

Grundsätzlich zeigt das obige Modell, dass die allgemeinen Vorschriften für die manuelle Handhabung von Lasten in den USA und der EU ziemlich ähnlich sind.
In den USA haben wir das Arbeitsgesetz namens „Occupational Safety and Health Act of 1970“ (auch „OSH Act“ genannt), und in der EU haben wir die Richtlinie 90/269/EWG, die befolgt werden muss. (Kanada, Australien und andere Länder mit klar festgelegten Vorschriften zur manuellen Handhabung wurden nicht in das obige Modell aufgenommen sondern werden in einem separaten Abschnitt weiter unten auf dieser Seite behandelt.)
Im Allgemeinen besagen diese US- und EU-Vorschriften zur Ergonomie am Arbeitsplatz Folgendes:
- Es ist illegal, wenn ein Arbeitgeber die körperliche Gesundheit seiner Mitarbeiter gefährdet.
- Es liegt in der Verantwortung des Arbeitgebers, physische Risiken zu identifizieren (ergonomische Risikobewertungen durchzuführen) und sie zu beseitigen, indem er entweder die Notwendigkeit einer manuellen Handhabung vollständig beseitigt oder die Mittel bereitstellt, um die Handhabungshandlungen gefahrenfrei zu gestalten, z.B. über ergonomische mechanische Hilfsmittel.
Soweit die Worte in groben Zügen.
All dies ist im Grundansatz sehr gut, aber wie Sie vielleicht bemerkt haben, in der Praxis nicht ohne weiteres anwendbar.
Denn keine dieser Verordnungen gibt konkrete Vorgaben z.B. Heberichtlinien oder Gewichtsgrenzen für das Heben und Tragen. Daher sind diese Gesetze an sich nicht sehr nützlich für einen Arbeitgeber, der nach konkreten Fakten über Gewichtsgrenzen und Rahmenbedingungen für ergonomisches Arbeiten sucht.
Wo können Sie also genauere Informationen finden?
Nun, die Art der Informationen (zu befolgende ergonomische Richtlinien, zu verwendende manuelle Heberechner usw.), die auf Sie anwendbar sind,hängt davon ab, wo Sie leben – welcher Bundesstaat in den USA, welches Land in der EU.
Daher empfehlen wir Ihnen, je nach Interesse an diesem Thema (Ergonomie am Arbeitsplatz) , hier weiterzulesen oder nach unten zu scrollen, bis Sie einen Link zu Ihrem Interessensgebiet oder Ihrem Herkunftsland finden.
Lassen Sie uns zunächst einmal beleuchten, wie die Vorschriften zur manuellen Handhabung in den USA funktionieren.
Welche Vorschriften zur manuellen Handhabung und zur Ergonomie am Arbeitsplatz gelten in den USA?
Wenn es um die manuelle Handhabung in den USA geht, müssen Sie ein wenig über OSHA wissen.
OSHA (Occupational Safety and Health Administration) ist eine nationale Gesundheitsbehörde, die Teil des Arbeitsministeriums der Vereinigten Staaten ist.
OSHA ist in gewisser Weise die „Handhabungspolizei“ in den USA. Sie ist dafür verantwortlich, dass Arbeitgeber ihre Mitarbeiter bei der Arbeit schützen. Die OSHA tut dies, indem sie Standards setzt, deren Durchsetzung überwacht sowie Schulungen und Fortbildungen anbietet (Referenz).
In den USA gibt es zwei Arten von Sicherheits- und Gesundheitsprogrammen, denen ein Bundesstaat folgen kann:
- Einem eigenen, selbst erstellten Programm (das jedoch von OSHA genehmigt werden muss)
- Oder er kann dem „allgemeinen“ Programm namens Federal OSHA folgen.
In den USA wird jeder Bundesstaat durch das OSH-Gesetz tatsächlich dazu ermutigt, seine eigenen staatlichen Pläne zu machen. Einige Staaten haben dies umgesetzt, andere nicht. Sie können diesem Link folgen, um herauszufinden, ob Ihr Bundesstaat einen eigenen staatlichen Plan hat oder nicht.
Wenn ein Bundesstaat keinen staatlichen Plan hat, muss er dem Bundes-OSHA-Programm folgen.
Jedoch, und das ist wichtig:
Die OSHA hat keine offiziellen Vorschriften zu den Grenzen, wie viel eine Person heben oder tragen darf! (Referenz)
Was ist in diesem Fall zu tun?
Nun, obwohl es keine offiziellen Regeln in Bezug auf Gewichtsgrenzen gibt, gibt es Richtlinien, ergonomische Bewertungsbögen und Hilfsmittel, die erstellt wurden, um Unfälle, Verletzungen und MSD zu vermeiden.
Ergonomie am Arbeitsplatz und manuelle Handhabungsverordnungen in der EU
In der EU dreht sich alles um Richtlinien, insbesondere die „Handhabungsrichtlinie“ (90/269/EWG)
In Europa legt die EU die Gesetze in Form von Richtlinien fest; diese Richtlinien müssen von allen Mitgliedstaaten befolgt werden.
1990 hat die EU die Richtlinie 90/269/EWG erlassen, die die allgemeinen Mindestanforderungen an Gesundheit und Sicherheit für die manuelle Handhabung von Lasten festlegt. (Die Richtlinie 90/269/EWG ist eine von fünf Einzelrichtlinien, die unter die allgemeine Rahmenrichtlinie 89/391 von 1989 fallen, die mit der Absicht geschaffen wurde, Arbeitnehmer zu schützen und ihre Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz zu verbessern.)
Die Richtlinie 90/269/EWG (auch Richtlinie zur manuellen Handhabung genannt) besagt unter anderem folgendes:
„Der Arbeitgeber hat geeignete organisatorische Maßnahmen zu treffen oder geeignete Mittel, insbesondere maschinelle Einrichtungen, zu verwenden, um die manuelle Handhabung von Lasten durch Arbeitnehmer zu vermeiden. Lässt sich die manuelle Handhabung von Lasten durch Arbeitnehmer nicht vermeiden, muss der Arbeitgeber die geeigneten organisatorischen Maßnahmen treffen und geeignete Mittel verwenden oder den Arbeitnehmern solche Mittel zur Verfügung stellen, die das Risiko verringern, das mit der manuellen Handhabung solcher Lasten unter Berücksichtigung von Anhang I verbunden ist.“

OSHA spielt auch in Europa eine wichtige Rolle
Genau wie in den USA gibt es auch in der EU eine wichtige OSHA-Präsenz. Hier heißt sie EU-OSHA (Informationsagentur der Europäischen Union für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz).
Die EU-OSHA hat in jedem EU-Mitgliedstaat eine sogenannte „nationale Anlaufstelle“. Diese nationale Anlaufstelle (häufig die nationale Behörde für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz) und ihr nationales Netzwerk (Regierungsstellen und Vertreter von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden) sind verantwortlich für die Entwicklung nationaler Richtlinien und von geeigneten Wegen, diese manuellen Handhabungsvorschriften der Öffentlichkeit eines jeweiligen Landes zugänglich zu machen.
In der EU müssen alle Mitgliedsstaaten Richtlinien zur Durchführung einer Risikobewertung für die manuelle Handhabung öffentlich vorlegen können. Einige Länder haben sich dafür entschieden, spezifische Gewichtsgrenzen für die ergonomische Materialhandhabung von Lasten in ihre nationale Gesetzgebung aufzunehmen, andere nicht. Die meisten Modelle basieren auf der NIOSH-Hebegleichung.
Die Art und Weise, wie die einzelnen EU-Länder mit der Richtlinie arbeiten und sie Ihrer Bevölkerung zur Verfügung stellen, ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. Einige haben viel Arbeit in die Erstellung von leicht zugänglichem und klar verständlichem Material für die Öffentlichkeit gesteckt, andere anscheinend nicht. Alle Mitgliedstaaten hatten bis zum 31. Dezember 1992 Zeit, Gesetze, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften zu erlassen, die zur Einhaltung der Richtlinie 90/269/EWG erforderlich waren.
Die Umsetzung der „Manual Handling Directive“ war kein Kinderspiel – Muskel- und Skeletterkrankungen nehmen in vielen Ländern immer noch zu

Die Umsetzung und Durchsetzung all dieser Richtlinien für Ergonomie am Arbeitsplatz, sowie der Richtlinien für Sicherheit und Gesundheitsschutz war jedoch nicht ganz einfach. Besonders ausgeprägt waren hierbei die Herausforderungen in den südlichen Teilen Europas.
Obwohl das Bewusstsein der Arbeitgeber sowohl für die Notwendigkeit ergonomischer Arbeitsbedingungen bei der manuellen Handhabung von Lasten, als auch für die Ergreifung vorbeugender Maßnahmen seit der Einführung der Regeln gestiegen ist, ist die Zahl der unter Rückenproblemen, z.B. MSE leidender Arbeitnehmer nicht rückläufig.
In vielen Ländern nimmt der Trend zu. Und überraschenderweise wächst auch die Zahl der Mitarbeiter, die Lasten manuell handhaben müssen – all dies ganz im Gegensatz zur Intention der Richtlinie.
Mit anderen Worten, obwohl Arbeitgeber wissen, dass es Regeln für das Heben, Tragen und Handhaben gibt, scheinen sie diese aus irgendeinem Grund nicht zu befolgen. Dieses Problem ist besonders kritisch in kleinen und mittelständischen Unternehmen, in denen obligatorische Risikobewertungen und angemessene Mitarbeiterschulungen noch immer nicht durchgeführt werden.
Untersuchungen dieses Problems haben die vier folgenden kritischen Bereiche in Bezug auf die Umsetzung der Richtlinien (einschließlich des manuellen Umgangs mit Lasten) ergeben:
- Die Informationen sind nicht spezifisch genug und werden oft als unverständlich angesehen. Es liegt also nicht am Mangel, sondern an der Art und Weise der Information. Arbeitgeber können den abstrakten Jargon verfügbarer Dokumente einfach nicht in praktisches und anwendbares Wissen „übersetzen“. Der Spielraum für die Interpretation der Informationen und Daten wird als zu groß angesehen.
- Es ist eine Herausforderung, Qualifikationen festzulegen, die erforderlich sind, um die lokale Gesundheit und Sicherheit zu verwalten.
- Es fehlt an Ressourcen, um eine ausreichende Ausbildung des Personals und der Führungsebenen sicherzustellen.
- Es ist schwierig, Zugang zu spezialisierter und kompetenter technischer Unterstützung zu erhalten.
Daher bestehen einige der größten Aufgaben für die nationalen Verwaltungsbehörden darin, leicht verständliches, aber dennoch präzises Informationsmaterial zu erstellen, sowie einfache Risikobewertungsinstrumente zu entwickeln und Wege zu finden, Arbeitgeber im Umgang mit und der Einhaltung von Richtlinien zu schulen.
Um herauszufinden, wie Ihr Land mit Vorschriften zur ergonomisch korrekten manuellen Handhabung am Arbeitsplatz umgeht und um zu sehen, welche Arten von ergonomischen Risikobewertungsinstrumenten Ihr Land zu bieten hat, scrollen Sie bitte nach unten, und wählen Sie die Flagge Ihres Landes.



















NIOSH Hebegleichung
Unsere Ressourcen zu Ergonomie am Arbeitsplatz und manueller Handhabung für EU-Länder